Ratgeber Schadstoffbeseitigung
Zwei unterschätzte Stoffgruppen im Blick
Neben Asbest verbergen sich in vielen Altbauten weitere Schadstoffe. Wir erklären, was PCB und PAK sind, wo sie vorkommen und warum sie fachgerecht entfernt werden sollten.
Was PCB und PAK voneinander unterscheidet
PCB und PAK sind zwei verschiedene Gruppen chemischer Verbindungen, die in der Vergangenheit in Baustoffen eingesetzt wurden. PCB steht für polychlorierte Biphenyle, die wegen ihrer stabilen und elastischen Eigenschaften etwa in Fugenmassen und bestimmten Anstrichen verwendet wurden. PAK steht für polyzyklische aromatische Kohlenwasserstoffe, die vor allem in teerhaltigen Produkten vorkommen.
Beide Stoffgruppen gelten als gesundheitsschädlich und können über lange Zeiträume aus den Baustoffen entweichen. PCB kann sich aus Fugenmassen in die Raumluft und in angrenzende Bauteile verteilen, während PAK vor allem bei Bearbeitung oder Erwärmung freigesetzt werden. Anders als Asbest handelt es sich nicht um Fasern, sondern um chemische Belastungen, die andere Nachweis- und Sanierungswege erfordern.

- Dauerelastische Fugenmassen
- Alte Anstriche und Beschichtungen
- Teerhaltige Klebstoffe und Pappen
- Abdichtungen auf Teerbasis
PCB in elastischen Materialien
PCB wurde geschätzt, weil es Materialien dauerhaft elastisch und beständig machte. Deshalb findet es sich oft in dauerelastischen Fugen, in manchen Beschichtungen und in älteren technischen Bauteilen. Mit der Zeit kann es die Umgebung belasten.
PAK in teerhaltigen Stoffen
PAK steckt vor allem in Produkten auf Teerbasis. Dazu zählen alte Klebstoffe unter Parkett, Teerpappen auf Dächern oder in Böden sowie bestimmte Abdichtungen. Der typische teerartige Geruch kann ein erster Hinweis sein.
Wo die Stoffe in Gebäuden auftauchen
PCB findet sich häufig dort, wo in der Vergangenheit dauerelastische Fugen eingesetzt wurden, etwa an Fassadenelementen, zwischen Betonfertigteilen oder an Fensteranschlüssen. Von dort kann der Stoff in angrenzende Bauteile einziehen und sich über Jahre in der Umgebung anreichern. Deshalb reicht es oft nicht, nur die Fuge selbst zu entfernen, auch das belastete Umfeld muss betrachtet werden.
PAK tritt vor allem bei Bodenaufbauten zutage. Unter altem Parkett verbirgt sich mitunter ein schwarzer, teerartiger Kleber, und auf Dächern oder in Zwischenschichten finden sich Teerpappen. Solange solche Materialien unversehrt eingeschlossen sind, ist die Belastung begrenzt. Bei Umbau, Ausbau oder Abriss werden sie jedoch freigelegt und bearbeitet, wodurch die Stoffe freigesetzt werden können.
Belastung reicht über die Quelle hinaus
Gerade bei PCB ist zu beachten, dass sich der Stoff aus der ursprünglichen Quelle in die Umgebung verteilt. Eine fachgerechte Erkundung klärt deshalb nicht nur die Fuge selbst, sondern auch das angrenzende Material.
Warum die fachgerechte Entfernung zählt
Wie bei Asbest gilt auch für PCB und PAK, dass die Materialien nicht unbedacht bearbeitet werden sollten. Durch Schleifen, Erhitzen oder Herausreißen können die Stoffe freigesetzt werden und in die Raumluft gelangen. Eine Erkundung schafft Klarheit darüber, welche Bauteile belastet sind und wie weit sich die Belastung ausgebreitet hat. Darauf baut die Sanierungsplanung auf.
Bei der Entfernung werden die belasteten Materialien kontrolliert ausgebaut, getrennt gesammelt und der geeigneten Entsorgung zugeführt. Je nach Belastung sind Schutzmaßnahmen für die Arbeiter und Vorkehrungen gegen die Verschleppung nötig. Über den Verbleib werden Nachweise geführt. So wird sichergestellt, dass die Stoffe das Gebäude dauerhaft verlassen und die Umgebung nicht weiter belasten.
Oft treten PCB und PAK gemeinsam mit anderen Schadstoffen wie Asbest auf, gerade in Gebäuden aus derselben Bauphase. Deshalb lohnt sich eine Erkundung, die das gesamte Spektrum möglicher Belastungen in den Blick nimmt, statt nur einen einzelnen Stoff. So lassen sich alle nötigen Maßnahmen in einem Zug planen, was Zeit spart und verhindert, dass bei späteren Arbeiten eine weitere Belastung übersehen wird.
Erkundung vor der Sanierung
Nur wer weiß, wo und wie stark belastet wird, kann richtig sanieren. Die Erkundung ist deshalb auch bei PCB und PAK der erste Schritt und bildet die Grundlage für ein wirksames Vorgehen. Ohne sie bliebe die Sanierung ein Stochern im Nebel, mit dem Risiko, belastete Bereiche zu übersehen oder unnötig viel zu entfernen.
Häufige Fragen
Sind PCB und PAK so gefährlich wie Asbest?
Es sind andere Stoffe mit anderen Wirkungen, aber auch sie gelten als gesundheitsschädlich. Anders als Asbest handelt es sich um chemische Belastungen statt um Fasern, weshalb sie eigene Nachweis- und Sanierungswege erfordern.
Woran erkenne ich teerhaltige Kleber?
Ein Hinweis ist ein schwarzer, zäher Belag unter altem Parkett sowie ein typischer teerartiger Geruch. Sicherheit bringt aber nur eine Untersuchung der Materialien, da sich der Stoff nicht zuverlässig am Aussehen erkennen lässt.
Muss bei PCB auch das Umfeld saniert werden?
Oft ja, weil sich PCB aus der ursprünglichen Quelle in angrenzende Bauteile verteilen kann. Die Erkundung klärt, wie weit die Belastung reicht und welche Bereiche einbezogen werden müssen.
Kann ich teerhaltigen Bodenkleber selbst entfernen?
Davon ist abzuraten, da bei der Bearbeitung Schadstoffe freigesetzt werden können. Die Entfernung sollte kontrolliert und mit geeigneten Schutzmaßnahmen durch einen Fachbetrieb erfolgen.
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